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Wenn Langeweile in Begeisterung umschlägt

05 Mai 2020 Von: Siemens AG

Fit für die Digitalisierung

Die Initiative Formel 1 in der Schule war eines der Highlights in Düsseldorf. Mit Solid Edge entworfene kleine Rennwagen brachten jede Menge Spaß und zeigten, wie aufregend neue Technologien sein können. Bild: Siemens

Künstliche Intelligenz, Technik und Robotik kann ganz einfach sein, spielerisch und spannend – davon sind Heike Söll von der Deutschen Telekom und Susann Kunz von Siemens überzeugt. Seit 2018 bietet die Deutsche Telekom die kostenlose Veranstaltung Coding&Robotik4Kids an, um Kinder und Jugendliche auf die Digitalisierung vorzubereiten. Siemens ist hier Partner.

Frau Söll, wie kam es überhaupt dazu, dass die Deutsche Telekom Coding&Robotik4Kids anbietet?

Söll: Im Dezember 2017 rief unser IT-Chef die Mitarbeiter dazu auf, Ideen zu entwickeln wie man Kinder und Jugendliche fit machen kann für die Digitalisierung. Daraufhin haben wir, eine Handvoll Mitarbeiter, erst mal unsere Vision formuliert: „Wir wollen, dass unsere Kinder mündige Konsumenten und aktive Gestalter werden“. Sie sollen verstehen, was sie machen und was heute vor sich geht. Und dazu gehört ganz elementar die Digitalisierung zu begreifen und etwas über Algorithmen, Computer, Informatik und Programmieren zu wissen.

Und wie ging es dann weiter?

Söll: Wir starteten mit Coding-Kursen an den Schulen, halfen Schülern beim Programmieren und merkten, dass uns das sehr viel Spaß macht und den Kindern genauso. Im ersten Jahr waren wir an 40, im zweiten Jahr schon an 100 Schulen und es kamen immer mehr Anfragen. So entstand Coding&Robotik4Kids. Im Jahr 2019 haben wir sieben Events angeboten, im November 2019 zum ersten Mal gemeinsam mit Siemens, und zwar in Leipzig.
 
Robotik und Coding für Kinder und Jugendliche – das klingt spannend. Aber ist das nicht doch etwas kompliziert?

Söll: Eigentlich gar nicht. Wir bieten Kindern ab der 3. Klasse Workshops mit Open Roberta an, einer einfachen Programmiersprache. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie einfach Kinder neue Technologien verstehen. Sie sind davon begeistert, gerade auch die Mädchen. Kinder verlieren die Angst vor der Technik, wenn man früh genug anfängt und intuitiv arbeitet.

Wie sind denn die Reaktionen der Schüler?

Kunz: Am Anfang sitzen sie noch etwas gelangweilt da und dann herrscht auf einmal absolute Aufmerksamkeit. Daran kann man ablesen, wie sehr sie das interessiert.
Söll: Wir teilen am Ende der Workshops jeweils Fragebögen aus. Die Kinder beurteilen uns in Schulnoten. Und wir erzielen ein tolles Ergebnis, nämlich im Schnitt eine 1,6!
 
Warum macht Siemens hier mit?

Kunz: Für uns ist es eine gute Gelegenheit zu zeigen, für welche Themen Siemens steht. Das ist nicht mehr die Waschmaschine und der Staubsauger, sondern all die Themen, die Coding&Robotik4Kids anspricht, also Digitalisierung, Coding, Robotik oder Künstliche Intelligenz.

Was bietet Siemens bei den Veranstaltungen konkret an?

Kunz: Bei unseren letzten drei Veranstaltungen in Leipzig, Nürnberg und Düsseldorf waren wir mit einer Solid Edge-Session, einem Mendix-Workshop und einem KI-Workshop vertreten. Die Kinder konnten mit der 3D-CAD-Software Solid Edge ihr eigenes Namensschild entwerfen und auf einem 3D-Drucker von den Kollegen des Siemens Maker Space ausdrucken lassen. Sie sollten mal sehen, wie stolz sie darauf waren! Beim Mendix-Workshop haben sie ausprobiert, wie sie mit der Low-Coding-Software von Siemens auch ohne Programmierkenntnisse ihre eigene App zum Teilen von Bildern erstellen können. Und beim KI-Workshops mit Ulli Waltinger, Leiter des AI-Labs von Siemens, haben sie etwas über Maschinelles Lernen und Computer gehört und erfahren, wie man schnell und einfach einen Bot programmiert. Außerdem wurden wir tatkräftig von den Kollegen der Siemens Professional Education (SPE) unterstützt, die im Ausstellungsbereich über den Berufseinstig bei Siemens informierten.

An den Veranstaltungen nehmen sehr viele Kinder und Jugendliche teil. Wie schaffen Sie das von der Kapazität her?
 
Söll: Es geht bei uns sehr pragmatisch zu. Wir brennen alle für das Thema. Der Spirit des Ehrenamtlichen zieht sich durch die Events und wir haben auch viele Helfer. Bei 800 bis 1200 Teilnehmern brauchen wir zusätzlich 50 bis 100 Freiwillige, meist Auszubildende oder duale Studenten. Bei der Telekom gibt es das Programm 80:20. Das heißt, dass die Mitarbeiter bis zu 20 Prozent ihrer Arbeitszeit in ein ehrenamtliches Projekt investieren dürfen, zum Beispiel in die Initiative IT@School.

Wie gehen Sie mit der derzeitigen Situation um?

Söll: Wir hatten für 2020 insgesamt zwölf Events geplant und mussten nach den ersten drei Veranstaltungen alles erst mal in den Herbst verschieben. Wir hoffen sehr, dass es dann weitergehen kann. Im Moment haben wir unsere Aktivitäten ins Netz verlagert und bieten Schülern, Eltern und Lehrer zum Beispiel Hilfe fürs Homeschooling an. Wir haben auf einer Homepage gute Lern-Apps für Kinder und Jugendliche zusammengefasst. Viele davon sind kostenlos.
Kunz: Mit der Solid Edge-Lizenz für Schüler und Studenten können sich interessierte Jugendliche mit dem Thema Konstruktion, Design und 3D-Druck beschäftigen. Die Software kann gratis heruntergeladen werden. Einführende Tutorials und Anleitungen dazu gibt es hier. Zudem planen wir ein Solid-Edge-Online-Training für Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit der Telekom.