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„Ort der Forschung und des Wissens“

26 Februar 2021 Von: Werner Palmert, Fränkische Nachrichten

Science Center experimenta - Bildungseinrichtung trotzt der Pandemie so gut wie möglich / Viele neue und spannende Pläne für 2021

An 134 Tagen des Jahres 2020 musste das Heilbronner Science Center „experimenta“ wegen der Corona-Pandemie geschlossen bleiben. Trotz ständig veränderter Rahmenbedingungen gelang es den Verantwortlichen dennoch, rund 128 000 Besucher in die einzigartige Bildungseinrichtung der Region Heilbronn-Franken in die Käthchenstadt zu holen.
„Die Region der Weltmarktführer braucht dieses Science Center als Ort der Forschung, des Wissens und des Diskurses, aber auch als Aus- und Weiterbildungsstätte und zur Freizeitgestaltung“, fasste Geschäftsführer Dr. Wolfgang Hansch in seinem Rückblick auf 2020 zusammen. Gleichzeitig hofften er und auch Pressesprecherin Professor Dr. Bärbel Renner, sobald wie möglich die experimenta wieder öffnen zu können, denn auf rund 25 000 Quadratmetern Fläche biete die Einrichtung in Heilbronn eine europaweit einzigartige Wissens- und Erlebniswelt und ist damit Deutschlands größtes Science Center.

Große Begeisterung

Die Begeisterung der Verantwortlichen für Wissenschaft und Technik war bei der Präsentation des neuen Programms für 2021, dem es an Höhepunkten nicht mangelt, deutlich zu spüren.
Sicherheit stand bei allen Überlegungen der Geschäftsführung des Science Centers 2020 ganz oben, wie Hansch betonte. Vom 7. März bis 15. Mai und vom 1. November an wurde die Wissens- und Erlebniswelt wegen des bundesweiten Lockdowns geschlossen.

Nach dem ersten Lockdown war der Besuch der Ausstellung auf maximal 150 Personen begrenzt. Umfangreiche Schutzmaßnahmen schützten Mitarbeiter und Gäste. Science Dome, Experimentaltheater und Sternwarte gingen aufgrund unterschiedlicher gesetzlicher Regelungen erst wieder am 6. Juni in Betrieb. Aufgrund der positiven Resonanz bei den Gästen wurde zeitgleich das Besucherkontingent von 300 auf 500 Personen pro Tag erhöht.
Trotz der massiven Einschränkungen erlebten die Besucher beispielsweise die Sonderausstellung „Du und dein Gehirn – ein gutes Team!“. Das Motorschiff MS experimenta steuerte auf seiner 800 Kilometer langen Vier-Flüsse-Tour durch Süddeutschland zehn Stationen an. Dank der 21 neu konzipierten Mitmachstationen, dem Mini Dome und den vielfältigen Workshops erlebten die kleinen und großen Besucher eine spannende Zeit an Bord. Die MS experimenta war an allen zehn Stationen in Heidelberg, Karlsruhe, Frankfurt, Aschaffenburg, Freudenberg, Marktheidenfeld, Würzburg, Schweinfurt, Nürnberg und Bamberg ausgebucht.
Seit 3. Oktober 2020 begeistert der Wissensparcours „Erleben schafft Wissen“ das Publikum im Mercedes-Benz Museum in Stuttgart. Während der Sommermonate brachten die Besucher mit der Sonderschau „Schlag-Zeug“ die experimenta zum Klingen, und für echte Rennsport-Atmosphäre sorgten die Deutschen Meisterschaften des interdisziplinären Technologie-Wettbewerbs „Formel 1 in der Schule“.

Lass Zukunft da“

Das Programm der experimenta für 2021 steht weitgehend im Zeichen von Jugend forscht und dem Motto „Lass Zukunft da“. Während der Landeswettbewerb Baden-Württemberg vom 22. bis 24. digital ausgerichtet wird, ist das Bundesfinale vom 27. bis 30 Mai als Präsenzveranstaltung in Deutschlands größtem Science Center geplant.
Großer Beliebtheit erfreuen sich die Online-Angebote der Forscherwelten für Schüler aller Altersklassen, die als gelungene Mischung aus Mitmachangeboten und interessanten Vorträgen eine willkommene Abwechslung zum Homeschooling bieten soll.
Die speziell für Jugendliche und junge Erwachsene konzipierten SciDay-Vorträge greifen zukunftsweisende Themen auf. Dass die Förderung von Mädchen in den Mint-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) der experimenta besonders am Herzen liegt, unterstreichen die Programme Girls’ Day College und Girls’ Digital Camps.

Girls’ Digital Camps

Die Girls’ Digital Camps sollen Schülerinnen dabei unterstützen, ihre digitalen Kompetenzen auszubauen. In den Entdeckerwelten kündigt sich die Sonderausstellung „Ozeane _ eine Reise in verborgene Welten“ als besonderes Highlight des Jahres an. Die 800 Quadratmeter große Ausstellung vom American Museum of Natural History in New York wird erstmals in Deutschland zu sehen sein. Sie bildet den Auftakt zum Aktionszeitraum „Wasserwelten“, in dem die experimenta von Juni bis November eine Vielfalt an Mitmachprogrammen, Filmen, Vorträgen und Workshops anbietet. Wissenswertes über ein unterschätztes Organ erfahren die Besucher in der am 2. Dezember startenden Sonderausstellung „Darm mit Charme“.

Schwimmendes Aushängeschild

Mit der MS experimenta macht sich das schwimmende Aushängeschild von Deutschlands größtem Science Center auch 2021 wieder auf den Weg durch die Bundesrepublik.
Geplant sind 22 Stationen entlang von Saar, Mosel, Rhein, Main und Neckar. Die Tour führt durch die fünf Bundesländer Saarland, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg.
Neue Wege schlägt die experimenta bei der Berufsausbildung ein. Seit September 2020 ist das Science Center als Ausbildungsstätte aktiv. Die ersten drei Azubis gingen in den Bereichen Büromanagement, IT und Mediengestaltung an den Start. Außerdem hat die experimenta seit Herbst 2020 eine duale Studentin im Studiengang BWL-Dienstleistungs-management mit dem Schwerpunkt Human Resources an Bord.
Auch Freiwilligendienste sind jetzt möglich.

Neue Positionierung

Während der Schließzeiten hat sich die experimenta intensiv mit ihrem Selbstverständnis und der strategischen Ausrichtung beschäftigt.
Das Ergebnis ist eine neue Positionierung mit dem Anspruch, sich als informelle Bildungseinrichtung für die Wissensgesellschaft im 21. Jahrhundert zu etablieren.
Dazu möchte das Science Center die großen Fragen der Gegenwart und Zukunft in konkrete Bildungsangebote für das Lebensumfeld seiner Besucher übersetzen.
Diese sollen unter dem Motto „Erleben schafft Wissen“ selbst zu Entdeckern werden.