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Mit Vollgas aufs Siegertreppchen

22 März 2019 Von: Süddeutsche Zeitung, Stefan Salger

Graf-Rasso-Gymnasium qualifiziert sich für Deutsche Meisterschaft im "Formel-Eins"-Bewerb

Bild: Grischa Winter

Die Schüler des Brucker Graf-Rasso-Gymnasiums sind gerüstet für die Herausforderungen dieser Welt. Sie haben erneut ihre Qualitäten in Organisation, Konstruktion und Marketing unter Beweis gestellt und auch noch gedankenschnell reagiert. Am vergangenen Wochenende konnten sich die Schüler nach Teilnahme am Wettbewerb "Formel Eins in der Schule" weitere Pokale in die Vitrine stellen. Gleich mehrere Teams räumten in der bayernweiten Kategorie ab.

Nach den Erfolgen letztes Jahr bei den Junioren (Zweiter Platz bei den Deutschen Meisterschaften) seien die Teams "zuversichtlich" zur Regionalmeisterschaft in der Frankfurt University of Applied Sciences gereist, erzählt Anas Izaaryene aus der zehnten Klasse, der selbst mit dabei war. Die Mädchen und Jungs sind selbstbewusst. Sie kennen sich nicht nur in den klassischen Mint-Fächern Mathematik, Physik, Chemie, Biologie und Informatik aus, sondern wissen zudem ihre selbst gefertigten Rennwagen zu vermarkten. Den entsprechenden Teamgeist bringen sie ebenfalls mit.

Insgesamt 20 Mannschaften aus fünf südlichen und westlichen Bundesländern sowie Gäste aus Österreich und der Schweiz sind in Frankfurt am Start. Sieben Teams werden sich am 10. Mai wieder treffen und in Wolfsburg um die Deutschen Meistertitel kämpfen. Sieger im sogenannten Knockout-Rennen wird das Team Sonic Boom des Graf-Rasso-Gymnasiums - "zum ersten Mal in unserer Formel-Eins-Laufbahn", so Anas Izaaryene. Einen Sonderpreis der Jury für umfangreiche Sponsorenbetreuung erhält das Mädchenteam Swift aus Fürstenfeldbruck. In der bayernweiten Wertung dominieren die Rasso-Gymnasiasten ebenfalls: Das Team Sonic Boom wird Landessieger, Silber geht an Swift, Bronze an ein Team aus Schweinfurt. In der Juniorenwertung katapultiert sich das Brucker Team Racing Eagle ganz nach oben aufs Siegertreppchen, Silber räumen Schulkameraden des Ultra-Race-Teams ab. Für den Systembeauftragten Grischa Winter sowie seine beiden Physiklehrerkollegen Ingeborg Jaumann und Siegfried Dänzer, die als Betreuer mit nach Frankfurt gereist sind, ist es ein toller Erfolg und der Beleg, dass die Schüler fächerübergreifend topfit sind.

Rüstzeug für den Beruf

Die "Formel Eins in der Schule" ist ein internationaler, multidisziplinärer Technologiewettbewerb für Schüler. Seit der Gründung durch Andrew Denford 1999 in England haben sich mehr als 40 Länder mit gut 20 000 Schulen weltweit beteiligt. Pädagogisches Ziel ist es, Schüler spannend und spielerisch an eine technische Berufslaufbahn heranzuführen und die Teamarbeit zu üben. Auftrag ist es, den schnellsten per Gaspatrone angetriebenen Formel-Eins-Rennwagen im Miniaturformat zu bauen und nach vier Durchgängen auf der 20-Meter-Strecke unterm Strich die Nase vorn zu haben. Alle Schularten sind zugelassen, startberechtigt sind Elf- bis 19-Jährige. Bis zu sechs Schüler bilden ein Team. Juniorteams (Jahrgang 2004 und jünger) treten in einer eigenen Klasse an. Die jeweils drei Rennwagen pro Team werden in den jeweiligen Herkunftsorten per 3D-CAD-System modelliert und anschließend computergestützt nach vorgegebenen Maßen aus einem Block gefräst. Jedes Team reicht eine Präsentationsmappe nebst 3D-Rendering ein, in der Ideenfindung, Weiterentwicklungen und Tests dokumentiert sind. Jedes Team stellt die eigene Arbeit zudem in Form eines Kurzreferats vor und gestaltet einen eigenen Messestand.