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Mini-Rennwagen, die es in sich haben

02 April 2019 Von: Frankfurter Wochenblatt

Regionalmeisterschaften „Formel 1 in der Schule“ in der Frankfurt University of Applied Sciences

Bild: Faure

Zwischen einer und 1,3 Sekunden sind die kleinen Flitzer auf der 20 Meter langen Rennstrecke unterwegs und damit zwischen 80 und 100 Stundenkilometer schnell. Kaum losgefahren, crashen sie auch schon in das mit Schalen und Mützen ausgepolsterte Ziel.

Die Aufregung an der Rennstrecke ist groß; 20 Teams aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sind zur Regionalmeisterschaft Mitte angereist. Zum zweiten Mal nach 2015 richtet die Frankfurt University of Applied Sciences den Wettbewerb „Formel 1 in der Schule“, den es seit 2006 auch in Deutschland gibt, aus.

„Die Kooperation zwischen Studierenden und Schülern ist richtig gut. Die jungen Leute von der Frankfurt University gehen in die Schulen, helfen bei fachlichen Fragen und übernehmen Verantwortung. Beispielsweise werden später die Fahrgestelle in unseren Laboren gefräst“, erklärt Peter Weimar vom Organisationsteam.

Der Technologie-Wettbewerb für Elf- bis 19-Jährige hat nicht nur mit dem Bau eines mit einer Gaspatrone angetriebenen Mini-Boliden zu tun. Neben der Produktentwicklung am Computer mit moderner CAD/CAE/CAM-Software geht es um Konstruktion, Fertigung, Reaktionszeit, Geschwindigkeit, Sponsorensuche und Präsentation. Außerdem gibt es ein umfangreiches Regelwerk für die zwischen drei und sechs Teilnehmer zählenden Teams. Geeignete junge Leute müssen für die Gebiete Teammanagement, Ressourcen, Produktion, Konstruktion und Grafikdesign gefunden werden. Der Teamstand, die Präsentationsmappe, drei identische Fahrzeuge sowie ein Kurzvortrag gehen mit in die Wertung ein.

Eins von drei reinen Mädchenteams bei den Regionalmeisterschaften Mitte ist Uschi-Bee in der Junior-Kategorie. Die vier teilnehmenden Mädchen kommen von der St. Angela-Schule Königstein aus den Klassenstufen 8 und 9. Was ist für sie so spannend bei „Formel 1 in der Schule“? „Man kann vielfältige Aufgaben lösen, die physikalische Kenntnisse erfordern, aber auch Öffentlichkeitsarbeit und Präsentation betreffen“, sagt Theresa Schubert. „Ich finde es gut, dass die ‚Formel 1’ in unserer Kreativleiste angeboten wird“, äußert Janika Lehner. „Man lernt viel für später, denn wir müssen uns selbst um Sponsoren und Marketing kümmern“, erklärt Elisa Gahlert. „Arbeiten im Team macht Spaß und bringt Selbstbewusstsein“, fügt Jil Bakker hinzu. Seit August 2018 beschäftigen sie sich anderthalb Stunden pro Woche mit der Formel 1 – das ist nicht viel Zeit. „Unser Wagen war 0,03 Gramm zu leicht, dafür gibt es Strafsekunden“, erläutert Bakker. Dennoch hat es Uschi-Bee, eins von zwei hessischen Teams (auch die andere ‚Frauschaft’ kommt von St. Angela) auf Platz zwei der Regionalmeisterschaft Mitte gebracht und wird damit Hessen zur Deutschen Meisterschaft vertreten.