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Meistertitel der Mini-Flitzer geht nach Stralsund

03 März 2019 Von: Ostsee Zeitung, Kerstin Schröder

Sechs Teams aus vier Schulen in Mecklenburg-Vorpommern haben in Wismar um den Landesmeister-Titel gekämpft – mit Mini-Rennwagen beim Nordmetall Cup 2019.

Foto: Kerstin Schröder

Paul Buchheim schaut konzentriert auf die Rennstrecke und auf seinen kleinen Formel-1-Boliden. Mit dem grauen Mini-Flitzer will der Wismarer als erster ins Ziel kommen. Doch das möchte auch Wanda Steinke. Das Stralsunder Mädchen ist ebenfalls am Start. Ihr Auto ist wie das ihres Gegners größtenteils grau. Doch auch etwas Orange ist vorne und hinten dabei. Pauls Wagen hat schwarze Räder. Und die rollen gut. Mit einer Gaspatrone wird sein Rennwagen auf die 20 Meter lange Strecke geschickt. Es zischt, allerdings nur sehr kurz. Bereits nach knapp einer Sekunde ist alles schon wieder vorbei. Die Autos sind im Ziel und werden von Tüchern abgebremst. Paul ist zufrieden, sein Wagen ist heil angekommen, Wandas hat ein Teil verloren. Doch mit Kleber ist die Reparatur schnell vollbracht und die zweite von vier Wettfahrten zwischen Wismar und Stralsund kann beginnen.

„Damit die Teams nicht immer auf der gleichen Bahn fahren, wird gewechselt“, erklärt Organisator Rolf Werner. Der Nordmetall Cup „Formel 1 in der Schule“ soll junge Menschen für Technikberufe begeistern. Paul Buchheim ist der Konstrukteur vom Team „Hurrican“. Der 15-Jährige kann sich gut vorstellen, später Design an der Hochschule Wismar zu studieren. Seine Team komplettieren Arik Eichhof und Luca Untrieser (beide 14). Das Trio aus dem Gerhart-Hauptmann-Gymnasium (GHG) startet bei den Senioren. „Letztes Jahr haben wir auch schon mitgemacht, da waren wir noch bei den Junioren“, erzählen sie. Damals hätten sie den vierten Platz belegt, aber einige Erfahrungen gesammelt und Veränderungen am Auto vorgenommen.

Die Flitzer können 80 km/h erreichen und müssen mindestens 55 Gramm schwer sein. Ausgetragen werden die Rennen wie jedes Jahr im Phantechnikum, dem Technischen Landesmuseum in Wismar. Dort hat jedes Team eine Box aufgebaut, an der es unter anderen zeigt, wie der Wagen entstanden ist, welche Sponsoren gewonnen wurden. „Geldgeber zu finden, ist sehr schwer“, erzählt Luca Untrieser, die für diese Aufgabe verantwortlich war. Unzählige Briefe und Mails habe er verschickt, auch persönlich seien sie bei den Unternehmen gewesen. „Die meisten haben sich nicht zurückgemeldet“, bedauert der Neuntklässler.

Auch Achtklässler des Wismarer GHG sind mit dabei – sie starten bei den Junioren mit dem Team „SuperNova“. Insgesamt sind sechs Mannschaften von vier Schulen aus Mecklenburg-Vorpommern bei den Rennen in zwei Altersklassen dabei. Sie allen wollen den Titel „Landesmeister“ gewinnen. Am Ende geht der bei den Senioren nach Stralsund. Das Team „TEC“ vom Schulzentrum am Sund wird Meister vor dem Rennstall „Comet“ vom Richard-Wossidlo-Gymnasium Waren (Müritz), dem Team „infinity“ (ebenfalls vom Schulzentrum am Sund) und „Hurrican“ aus Wismar. Bei den Junioren gewinnen die Schüler aus Waren („Time Surfers“) vor den Gymnasiasten aus Wismar („SuperNova). Der schnellste Flitzer ist nach 1,114 Sekunden im Ziel.

Wismars Bürgermeister Thomas Beyer (SPD), der die Mannschaften begrüßt hat, lobt den Wettbewerb als ein „tolles Format“. Es passe zur Techniktradition in der Stadt. „Es ist beeindruckend, wie viel Zeit die Kinder und Jugendlichen in das Projekt investieren“, betont der Bürgermeister. Auch Andrej Quade, Direktor des Phantechnikums und Jury-Mitglied, ist begeistert. „Es ist Wahnsinn, was die Teams leisten. Sie beschäftigen sich monatelang mit dem Thema Aerodynamik und entwickeln daraus die Form ihrer Autos.“ Außerdem müssten sie eine Präsentation abhalten – darüber wie der Team-Name entstanden ist und wie sie das Auto gebaut haben.

Alle Mini-Flitzer sind jugendliche Eigenkonstruktionen. Die Konstruktionspläne entstehen nach harten Wettbewerbsvorgaben am PC. Dann wird der Corpus gefräst, Kleinteile entstehen am 3-D-Drucker. Viel wird in Arbeitsgruppen der Schule entwickelt, aber auch viel Freizeit steckt in den kleinen Flitzern. Die sollen künftig einen Elektroantrieb bekommen. Wie der aussehen könnte, das haben die Stralsunder beim 10. Nordmetall Cup gezeigt. „Für diesen Antrieb braucht man ein komplett neues Auto, aber auch wir wollen uns weiterentwickeln“, erklärt Organisator Rolf Werner.

Weitere Starter gesucht

Das Phantechnikum, Gastgeber des Nordmetall Cups, hofft auf weitere Starter. Zwar haben zwei Teams aus Wismar am Jubiläumscup teilgenommen, allerdings kommen beide vom Gerhart-Hauptmann-Gymnasium (GHG). Deshalb ist eine Info-Veranstaltung für Lehrer geplant. Wer dabei sein möchte, kann sich ans Technische Landesmuseum wenden (Telefon 03841 / 304570).