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Ein schnelles Auto reicht für "Formel 1 in der Schule" nicht

20 September 2020 Von: Stefanie Pfäffle, Stimme.de

Am Samstag sind Schülerteams aus ganz Deutschland in die Experimenta gekommen, um bei der Deutschen Meisterschaft von "Formel 1 in der Schule" anzutreten. Neben den Rennwagen geht es dabei vor allem um Berufsorientierung.

Foto: Stefanie Pfäffle

Hoch konzentriert stehen die beiden Kontrahenten am Start. Ein Finger auf dem Zünder, der Blick starr auf das Signal gerichtet. Reaktion ist alles. Das Signal ertönt und - wusch - düsen die beiden Rennwagen über die Strecke. Nach 20 Metern und einer guten Sekunde ist alles vorbei, der Sieger dieses Rennens steht fest. Doch um beim Wettbewerb "Formel 1 in der Schule" am Samstag in der Experimenta in Heilbronn Deutscher Meister zu werden, braucht es weit mehr als nur ein schnelles Auto.

Elf Seniorteams, das sind die 15- bis 19-Jährigen, und fünf Juniormannschaften (elf bis 14 Jahre) sind aus ganz Deutschland angereist, um ihre Besten zu küren. Dabei ist die Formel 1 nur der motivierende Faktor für etwas, was eigentlich ein weltweites Berufsorientierungsprojekt ist, wie Armin Gittinger, Geschäftsführer der "Formel 1 in der Schule gGmbH" erklärt. "Wir bringen Schüler spielerisch dazu, sich mit Berufen und Tätigkeiten zu beschäftigen, damit sie irgendwann eine bewusste Entscheidung treffen können, ob das was für sie ist oder nicht."

Was Schüler bis zum Rennen alles gelernt haben

Konstruktion, Marketing, Sponsorensuche, Präsentationen, Grafikdesign, Technologie: Die Bandbreite der Aufgaben für die maximal sechs Schüler ist groß. Sie müssen nicht nur einen maximal 21 Zentimeter großen Rennboliden bauen, sondern ein Portfolio abgeben, das den Weg dahin sowohl technisch als auch finanziell aufzeigt, eine Box bauen, um ihr Team zu präsentieren, und die Fragen der Jury beantworten. Zum Schluss dann noch das Wertungsrennen. "Das ist ein echter Zehnkampf."

Team "Tachyon" vom Gymnasium an der Stenner Iserlohn ist als NRW-Meister angereist. Es ist das einzige reine Mädchenteam. "Früher wurden wir oft gefragt, wo unser Konstrukteur ist, aber nach einigen Preisen passiert das nicht mehr", erzählt Beyza (15). Neben den Einblicken in Berufe und Firmen schätzt Lara, dass man viel über das eigene Potenzial lernt. "Ich hab mich unheimlich entwickelt", so die 15-Jährige.

Welches Team am Ende gewonnen hat

Im dritten Anlauf haben es "Darklight" aus Schweinfurt endlich zur Deutschen Meisterschaft geschafft. "Als wir anfingen, war unser Ziel, einmal zur Weltmeisterschaft zu kommen", erzählt Nils (16). Das erreichen nur die Meister der Senior-Teams. Dafür haben die Sechs viel Zeit und Energie investiert. "Beim Rennen waren wir überrascht, wie schnell unser Auto mit 1,06 Sekunden war", gibt der 16-Jährige zu. Bei den anderen Sachen hätten sie allerdings ein paar kleine Probleme gehabt, ergänzt Kollege Igor (17).

Am Ende gewinnt aber die bayerische Konkurrenz "Sonic Boom" vom Graf-Rasso-Gymnasium Fürstenfeldbruck bei den Seniors sowie in der Altersklasse Junior "Momentum" vom Gymnasium Unterrieden Sindelfingen. Im VIP-Rennen setzt sich Heilbronns Oberbürgermeister Harry Mergel knapp gegen Experimenta-Geschäftsführer Dr. Wolfgang Hansch durch.