Kreis Freudenstadt. "Formel 1 in der Schule" ist ein multidisziplinärer Technologie-Wettbewerb, bei dem Schüler einen Miniatur-Formel 1-Rennwagen am Computer entwickeln, aus Balsaholz fertigen und anschließend ins Rennen schicken.
Dabei geht es um die Auseinandersetzung mit allen Aspekten eines technischen Berufs. Fächerübergreifend werden Lehrinhalte integriert, die im Schulbetrieb isoliert stehen. Theoretisches Wissen wird dabei zu praktischer Erfahrung, die mit Elementen wie Teamarbeit oder wirtschaftlichem Verständnis kombiniert werden. Diese komplexen Anforderungen spiegeln die Anforderungen der Praxis an die Ausbildung der Schüler wider. Im Technischen Gymnasium der Heinrich-Schickhardt-Schule in Freudenstadt lief dieser Technologie-Wettbewerb als Seminarkurs, den sich die Schüler im Abitur anrechnen lassen können.
Unternehmen erhalten dabei die Möglichkeit, sich aktiv für die Ausbildung des technischen Nachwuchses zu engagieren. Dies geschieht in der Heinrich-Schickhardt-Schule durch die Kooperation mit der Firma Homag in Schopfloch im Rahmen der Schüler-Ingenieur-Akademie (SIA). Die Ergebnisse ihre Arbeit präsentierte eine Gruppe von sieben TG-Schülern vor ihren Lehrern, Steffen Stippl als Betreuer von der Firma Homag und geladenen Gästen. Die Schüler hatten zuvor die Planung, Entwicklung und Fertigung unter sich aufgeteilt. So musste eine CAD-Zeichnung des Fahrzeugs angefertigt werden, die dann mit Hilfe eines virtuellen Windkanals optimiert wurde.
Bei der Fertigung stellten insbesondere die besonderen Eigenschaften des Balsaholzes für den Korpus frästechnisch eine Herausforderung dar. Letztlich entstand ein 20 Zentimeter langer Rennwagen mit guten renntechnischen Eigenschaften, denn sein Cw-Wert beträgt nur 0,33 und sein Gewicht 97 Gramm. Da es sich bei dieser Seminararbeit gleichzeitig um einen Technologie-Wettbewerb handelt, muss sich der Rennwagen noch mit der Konkurrenz messen lassen und echte Rennen bestehen.
Doch die Schüler zeigen sich optimistisch und möchten keinesfalls die gemachten Erfahrungen beim Lösen von Problemen missen. Steffen Stippl sieht bei derartigen Projekten eine Dreifach-Win-Situation, nämlich für die Schüler, die Schule und das betreuende Unternehmen.